Samstagsfrühstück

Die Samstage Morgen bei meiner Mutter und meinem Vater waren der Höhepunkt jeder Woche. Waren für mich immer besondere Tage. An Samstagen fuhr ich mit meinen Eltern meist nach Wien, entweder besuchten sie die Museen oder sie gingen zu Auktionen. Meine Mutter sammelt Weine und mein Vater sammelt Münzen und alte Waffen. Samstagsfrühstück bei meinen Eltern, führten mich oft zu mystischen Orten, denn es war nicht vorgegeben das wir zu Hause frühstücken. So wie Carnuntum wo wir oft waren und die Umgebung genossen.

Die Versteigerungen waren für mich immer irre spannend. Ich liebte das Gesicht meiner Eltern, wenn sie hofften bangten und gewannen. Es war immer seit meinem ersten Besuch im Dorotheum ein schönes Erlebnis.

Mein Vater sagte mal: „Hier zu sitzen und den Künstlern der Vergangenheit Respekt zu erweisen und ihre Werke zu erstehen ist mitunter der schönste Weg durch die Zeiten.“

Wie meine Mutter hatte auch mein Vater von seiner Familie ein Vermögen geerbt. Er kam aus dem Kreis von Anselm Auersdorf. Diese schafften sich ihr Vermögen einerseits durch ein dichtes Handelsnetz mit Asien und Europa. Dann investierten sie viel in den Auf und Weiterbau von Eisenbahnlinien und Poststrecken.

Mein Vater der Logistiker.

Sein Fernlasterunternehmen bestand aus 45 LKW-Zügen. Diese befuhren Strecken von Lissabon nach Moskau. Auch die Fernstrecke Budapest – Teheran gehörten genau so dazu, wie Langstrecken in der USA. Es gab auch die Landstrecke runter nach Bagdad.

In den letzten Jahren war mein Vater sehr am Auf und Wiederbau der Seidenstraße beteiligt denn er stand auf dem Standpunkt – China würde mal eine Wirtschaftsmacht werden. Mein Vater war so etwas wie ein Visionär. Bestimmt oft viel zu weit nach vorne denkend. Jetzt hier in den achtziger Jahren lebte etwas auf – es wird Computerwelt genannt. So viele Menschen die sich berufen fühlen zu werten sagen, lächerlich das hat doch keine Zukunft. Mein Vater lachte nicht, wobei er lernte in Japan und China junge Leute kennen, die sich mit all der seltsamen Technik auseinander setzten. Sie hatten kaum Geld, doch große sehr große Ideen. Auch dies war oft Inhalt der Gespräche bei unseren Samstagsfrühstück.

Mein Vater sagte mal zu mir:

„Es ist nicht wichtig, dass du das Ziel deines Weges kennst. Verlierer werden sich immer darum kümmern wo ihre Ziele sind. Gewinner achten auf die Schritte die sie gerade machen. Sie leben das was ist damit das was sein wird Realität wird.“

Doch heute musste ich meinen Eltern leider ab sagen.

Eva. Wanderte in meinem Kopf beim Samstagsfrühstück.

Dieses Mädchen mit dem bezaubernden Namen aus drei Buchstaben änderte meine Pläne. Bei unserem Samstagsfrühstück sprach ich meine Eltern darauf an.

„Was steht bei euch heute an?“ fragte ich.

„Wir wollen die Weinauktion im Dorotheum besuchen. Deine Mutter ist schon ganz verrückt nach diesem Roten – diesem einen Roten, diesem wundervollen Roten. Ich bin froh das deine Mutter Weine sammelt und nicht Politiker.“ lachte mein Vater.

„Ach Weine sind ehrlich. Politiker framen die Leute. Das wäre mal nix für mich.“ gab meine Mutter verschmitzt lachend zurück.

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