Rotweine ich unterhalte mich mit Dir

„Was trinkst du da?“ fragte ich Eva neugierig. Sie hatte ein Weinglas in der Hand und schwenkte darin einen Rotwein.


„Château Mouton Rothschild 1972!“

war ihre knappe Antwort, dabei schwenkte sie den Wein weiter im Glas beobachtete dabei mich und dann wieder den Wein. Rotweine ich lächelte, die Leidenschaft meiner Mutter.

„Ach ja, wohl nix für eine Mischung Cola-Rot?“ gab ich zurück. Eher verunsichert. Ich wusste von den Erzählungen meiner Mutter, das französische Rotweine unter Weinkennern und nicht nur unter diesen ein unglaubliches Renommee genießen. Es ist nicht die Quantität, es ist der Inhalt der es ausmacht bei den französischen Weinen.

Meine Mutter hat mich oft mitgenommen zu Ausstellungen oder gar Versteigerungen von erlesenen Weinen. Doch wie es oft ist, ich liebte Ihre Geschichten, doch meines war es am Ende doch nie. Leises Seufzen aus der Richtung von Eva bedeutete mir, Mensch wieder einer der Null Ahnung von Genuss hat.

„Mouton Rothschild ist einer der berühmtesten und besten Weine der Welt.“ antwortete Eva und nahm einen genussvollen Schluck. Sah mich dabei jedoch ohne mit der Wimper zu zucken weiter an.

„Ich muss zugeben ich bin nicht der Weinkenner, dass ich besondere Rotweine bis auf den Weingarten und Jahrgang bestimmen könnte, dass kann meine Mutter. Doch für mich bedeuten guter Rotweine, Geduld und Geborgenheit. Genau das Umfeld in dem die schönsten Geschichten erzählt werden können.“ ich sah Eva an.

Ich spürte, das dies ein unendlich entscheidender Moment war.

Klar ich konnte weiter rum blödeln, rum rülpsen, konnte den Blödmann zum Quadrat raushängen lassen. Doch ich spürte auch, das hinter all dem eine unglaubliche Chance steckte.

Die Frau für meine Seele kennen zu lernen. Sie einzulassen in mein Seelenmeer. Ich sah ihr in die Augen. Ich kannte auch diesen Blick welchen Eva jetzt aufgesetzt hat. Ist der Typ es überhaupt wert, das ich ihn zeige wie die Welt funktioniert. Wiewohl die Welt funktioniert, ich wusste es in diesem Moment bestimmt nicht, ganz bestimmt nicht. Ich war gerade mal 18 Jahre alt. Hatte eben die Handelsschule fertig gemacht.

Wollte noch in diesem Sommer ein Obst und Gemüse Geschäft eröffnen.

Doch ich wollte auch eine tolle Frau an meiner Seite haben, das ist es was das Leben aufregend macht. Dachte ich mir immer. Doch wieso die Selbstständigkeit?

Weil ich es mir nicht vorstellten konnte mir von irgendwelchen Typen die kein Herz für das wichtige haben etwas anschaffen zu lassen. Weil alle Jungs in unserer Familie mal klein angefangen haben. Einfach nur um raus zu finden wie sich der Weg so anspürt.

Das klingt jetzt auch ganz schön arrogant. Lernen ja, doch ohne Hirn etwas machen. Niemals. Mein Mentor, mein JiuJitsu Sensei, er sagte einfach, mach es und ich machte es, einfach weil ich wusste er sah mich im Gesamten.

Er würde niemals etwas von mir verlangen was ich nicht konnte. Ihm vertraute ich oftmals mehr als mir selbst.

Nicht weil ich kein oder ein schlechtes Selbstvertrauen habe. Nein einfach weil ich wusste, das mein Mentor mehr sah als ich in allen Momenten zusammen über mich sehen konnte.

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