Mittwoch Morgen

Mittwoch Morgen ruft mich mein bester Freund zu Hause an während dem Frühstück natürlich. Ich mochte generell die Frühstückszeit. Da besprach ich mit meinen Eltern den Tag. Das Leben. So auch an diesem Mittwoch Morgen.

“Okay Kumpel ich hab schließlich eine Lösung für dich gefunden. Sonst wirst mir ja noch ganz kirre im Kopf.“ hörte ich die Stimme am Telefon tröten. Wie von einem aufgeregten Kind knapp bevor es ins Kasperltheater eingelassen wird.

Während ich mit der Telefonschnur spielte die zwischen Hörer und Apparat hing fragte ich nach:

Mann wovon redest du?“

„Von dir Du Sack.“ wobei ich das Stöhnen von Robert am anderen Ende der Telefonleitung vernahm.

“Ich hab eben mit meinem Onkel telefoniert er meinte, es wäre okay, wenn wir beide rauskommen. Du zwei Wochen, ich aber bis Ende des Sommers. Da hab ich natürlich zugesagt für uns beide weil du brauchst eindeutig Luftveränderung. Ich brauch jemanden der mir sagt ob ich das aushalte die nächsten 5 Jahre mindestens.“ Robert war geistig schon in Deutschland, das merkte ich sofort.

„Düsseldorf?“ fragte ich nachdenklich.

„Nein Moskau du Idiot. Klar Düsseldorf. Gleich bei Köln. Düsseldorf am Rhein.“

„Klingt schon mal spannender, als hier rum zu hocken und an dieses verdammte Venedig zu denken.“ schließlich machte mich der Gedanke mit meinem besten Freund zu verreisen fröhlich. Wobei ich mied es ja meist mit ihm zu verreisen. Robert war eine solche Zicke, weil mal passte ihm das Hotel nicht. Dann gab es wieder zu wenig Butter beim Frühstück. Schlimm war es, wenn das Meer dann auch noch salzig schmeckte.

Damit konnte es Robert echt den Aufenthalt vermiesen. Doch andererseits, Robert war ein lebendiger Reiseführer, er wusste über die Länder mehr, als die Einheimischen. Das war auch eines seiner Talente. Sobald er etwas gehört hat, merkt er sich alles. Wirklich alles. Auch wann der letzte Kaiser von HumptiTumpti, dass erste mal auf das neue Plumpsklo ging.

Frag Robert, er wird es dir mit Datum und Uhrzeit erzählen.

„Wann soll es den losgehen?“ fragte ich vorsichtig nach.

„Morgen 12.00 Flughafen.“ war die typische Robertantwort. Eh logisch das wieder mal schon alles fix fertig geplant war bevor er mich überhaupt fragte, das machte er jedoch nicht weil er über mich bestimmt, nein das macht er weil er mich kennt. Bei wichtigen Entscheidungen saßen wir immer im selben Boot. Schon immer war das so.

Auch damals mit diesem Christopher. Es war in der 3 Klasse Volksschule. Christopher war ein wirklicher Arsch. Der drängte sich mit seiner unmöglichen Art zwischen uns.

Er fragte Menschen ein Loch in den Bauch. Hast du das gesehen. Hast du das gehört. Warst du da warst du dort.  Was machen deine Eltern. Wo hat dein Großvater seine Frau kennengelernt. Beim tanzen.

Wo sonst du Affe. Dann kam der Zeitpunkt wo ich zur Schule kam und Robert stand mit Christopher rum und unterhielt sich aufgeregt über das und jenes.

Klar das dies auch ein Mittwoch Morgen war.

Nicht das ich nichts zu erzählen hätte.

Das bestimmt nicht. Doch mich interessierte es viel mehr wie eine Ziege riecht. Der Herzschlag einer Kuh auf der Alm. Wieso gucken die Mäuse erst mal so lieb aus ihren Mauselöcher. Doch meist sind dies Fragen die vor allem Talent benötigen.

Beobachtung ohne vorgefasster Meinung.

Denn wenn wir beobachten und etwas bestimmtes erwarten wird genau da eintreffen. Schon klar, auch diese Mittwoch Morgen Sache ist ein beobachten mit vorgefasster Meinung. Doch die wahre Schönheit des Momentes verbirgt sich hinter der bekannten Unbekannten. Wir sehen wo hin, ohne Erwartung und bekommen unbekanntes vorgestellt. Klar gibt es auch Wahrheiten die ich gerne erwarte. Dann stelle ich mir eben genau das vor und es wird eintreten, sofern daraus ein Nutzen für mich zu erhalten ist.

„Ich mag Christopher nicht.“ sagte ich dann mal zu meinem Freund.Er sah mich nur an und sagte:“ Verlangt ja auch keiner.“Robert und ich haben von da weg Christopher sich Selbst überlassen und ihn kaum mehr beobachtet.

Genau so war es jetzt auch.

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