Düsseldorf wir kommen

Als wir im Flugzeug saßen und Roberts Flugangst anstieg klopfte ich ihm auf die Schultern. „He Junge, wenn wir abstürzen, sind wir wenigstens zusammen tot.“ ich lachte ihn an. „Düsseldorf wir kommen, jeah“ war seine Antwort., dabei verzog Robert sein Gesicht. „Arsch, dafür hab ich dich nicht mit genommen.“

„Klar genau deshalb, weil wer sonst sollte oben bei Petrus für dich den Zeugen machen“„Blödmann!“ fauchte mich Robert an.

Die Standardansagen im Flugzeug laufen wie von einem Band.

Dann endlich geht’s los. Im Gegensatz zu Robert liebe ich es zu fliegen.

Darum sitze ich auch am Fenster und er am Mittelgang. Langsam nahm der Flieger Fahrt auf. Wurde schneller und schneller um sich dann wie ein Adler in den Himmel zu wuchten, bis wir nach wenigen Minuten auf Geschäftsflughöhe waren ca 12000 Meter.

Robert kramte in der Innentasche seiner Jacke. Ja jetzt kommt er wieder der Robert.

Der Idiot wie ich ihn liebe.

Was brachte er zum Vorschein. Einen Kunststoff Strohhalm. Den hatte er immer mit auf Flugreisen. Dazu klitzekleine Papierkügelchen. Steckte eines in den Strohhalm, statt daran zu saugen blies er leise und gekonnt rein. Das kleine Papierkügelchen flog geradewegs durch den Mittelgang und blieb jetzt genau eine Reihe vor uns am Boden liegen.Du blöder Idiot. Doch eigentlich musste ich lachen innerlich. Trotzdem sah ich angestrengt beim Fenster raus. Noch ein Gegenstand den Robert jetzt rausholte. Ein Spiegel. Diesen hielt er immer so geschickt, dass er mir das Bild zeigte, was jetzt gleich passieren wird.

Erprobt nicht einmal nicht 20 mal 100erte Male.

Andere sehen sich auf einem Langstreckenflug einen Film an, während Robert die Sekunden zählt, wie lange die Stewardess braucht, um das Kügelchen zu sehen, es aufzuheben und um sich zu blicken woher das wohl geflogen kam. 23 Sekunden war der Rekord,aufgestellt während unserem Flug nach Lissabon, wo diese süße portugiesische Stewardess plötzlich neben Robert stand ihn anlächelte und meinte blasen sei verboten.

Nach 5 Minuten, während dessen ich das Gesicht von Eva deutlich vor mir gesehen habe, dieses Gesicht, die Lippen, ihre wundervollen schwarzen Locken, stieß mich Robert an und zeigte aufgeregt auf den Spiegel. Ja die junge blonde Stewardess bückte sich gerade. Hob das Papierkügelchen auf, während sie sich um sah, steckte sie es in die Jackentasche ihrer Uniform. Roberts extra blödes Lachen im Spiegel rundete das Bild ab. Ich sah hoch und dachte mir Düsseldorf es wird wirklich Zeit das wir schnell kommen.

„Das waren 46 Sekunden, da geht schon noch was oder?“ sagte er zu mir gewandt.

„Logisch“ gab ich zurück. Ich warte bis sie ihn eines Tages auf der Toilette einsperren unter dem Titel, Terrorverdacht!!

Stattdessen wendete ich mich wieder Evas Gesicht zu.

Versuchte ihre Sommersprossen zu zählen. Doch ich kam nicht weiter als bis 15 schon war ich eingeschlafen.

„Hallo Sam!“ hörte ich die einzige wirklich hörbare Stimme dieser Welt für mich.

„Hallo Eva! Du fehlst mir.“ Es überraschte mich keine Sekunde das ich mit Eva in diesem Moment telepathisch verbunden war. Wieso auch, es war einfach schön sie zu fühlen, in meinem Herzen.

„So so fehl ich dir während ihr auf Stewardess Beine glotzt?“ lachte sie mit ihrem unvergleichlichen Lachen.

„Ach das ist ja Roberts Ding, solange du in meinen Gedanken bist gibt es keine anderen Beine die ich sehen will. Es geht ihm dabei ja nicht um die Beine, es geht ihm dabei um die Zeit wie lange die Mädels brauchen bis sie es aufheben oder ihn entdeckten.“ entgegnete ich unschuldig.

„Ja schon klar – keine Girlscanner also.“ wieder dieses Lachen.

Das Krächzen der Sprechanlage riss mich wieder aus dem Land der Schlafenden. Während ich auf die Uhr sah wunderte ich mich, kann das sein, ich habe jetzt voll den ganzen Flug verschlafen.

Sah rüber zu Robert, wobei er schlief noch. Solange die ihm nichts eingeworfen haben ist alles gut. Weil ich meinen Freund anstieß stöhnte dieser auf:

.„Ach was lass mich!“

„Wir sind im Landeanflug mein Freund.“ Er fuhr hoch.

„Was echt, aber das ist mir noch nie passiert im Flugzeug schlafen. Doch ich hatte einen so schönen Traum von Petra.“

Er lehnte sich im Sitz zurück. „Düsseldorf wir kommen!“ sprach’s und streckte sich!

Danach sah er mich an und erzählte seinen Traum.

„Ich saß auf der Terrasse unseres Hauses. Petra ritt auf ihrem Roricht, während dahinter unsere kleine Tochter, Margrith mit langen lockigen blonden Haaren ritt. Blauen Augen. Sie ritten den Hügel hinab. Dann guckten beide zu mir hoch, Petra und Margrith sie winkten mir zu, deshalb spürte ich tiefe Zufriedenheit in mir. Angekommen sein, dass war es ich war angekommen wie nach einer langen Reise.“

Ich sah die Augen meines Freundes. Wie er den Traum nachsah. Nicht traurig sonder erfreut das er ihn bestimmt wieder und wieder träumen konnte.

„Jetzt heul aber nicht wieder du Lusche.“

Niemandsland unbetreten
unbestritten unbekannt

Zog ich ihn auf und legte ihm meine Hand auf die sein. Selbst Düsseldorf wird daran nichts verändern. Das war Freundschaft. Da kannst alles und weißt das er immer da ist für einen um das zu leben was nötig ist um zu wachsen. Freunde werden immer danach trachten das wir wachsen, sie werden niemals unsere Wege gehen doch werden sie jederzeit mit uns unseren Weg gehen auch wenn dieser durch die tiefste Hölle geht.

„Das kann jetzt nicht mal ein solcher Blödmann wie du zerstören dieses tolle Bild von Petra und meiner Tochter.“ er sah mich lächelnd an.

„Woher willst denn wissen, dass es deine Tochter war?“ fragte ich provokant. Robert setzte sich in seinem Sitz aufrechter hin. Drehte den Kopf zu mir.

„Das ist leicht. Dazu bedarf es keiner mathematischen Formel. Als sie sich zu mir umdrehte und mich ansah formulierte sie mit ihren jungen Lippen ein für mich gut sichtbares Wort.“ er sah mir dabei tief in die Augen. Als ginge es ums Leben. Seines und meines.

„Düsseldorf wir kommen???“ unterbrach ich die Erzählung meines Freundes.

an einem Mittwoch
es passiert
Rosenstrauch!!!

Bitte sei mal ehrlich wer sonst als mein Kind würde mir in meinem Traum ein Wort zu flüstern wie ROSENSTRAUCH.“

Wir lachten beide laut auf, fast zu laut, denn alle Fluggäste drehten sich plötzlich zu uns um.

Robert sagte nur: “Rosenstrauch eh klar!“

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