Du willst gehen?

Ich sah meinen Freund genau an, dass wir schon die unglaublichsten Sachen durchlebt und überlebt haben ging mir in diesem Moment durch den Kopf. Wie schon oft sonst auch fragte ich in den Gedanken den Satz nochmal. Du willst gehen? Es machte die Sache unbeirrbarer.

„Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. Petra ist ja die meiste Zeit unterwegs, wo ihr Turniere rund um die Welt wichtiger sind. Vielleicht sollte ich bei ihr als Pferdeknecht anheuern, wie denkst du da drüber?“ fragte mich Robert allen Ernstes. Er sah mich zumindest ernst an.

.„Wieso hat sie dir das angeboten?“

„Nein. Doch am Ende wäre es ein Weg.“

„Robert denk nicht an den Weg. Folge dem Moment. Jetzt nur jetzt ist dieser eine Moment wo Glück sich abspielt in deinem Leben. Später mal kommen die Erinnerungen, doch es ist völlig egal, weil du dich sowieso so erinnern wirst, wie du es willst. Also folge nicht dem Weg folge deinem Herzen“

„Mathematik ist leichter zu verstehen als dein metaphysisches Gelaber.“ war seine Antwort, er prostete mir mit seinem Bier zu.

„Unterm Strich hält Petra dich sowieso nicht aus jeden Tag in ihrem Leben. Glaub mir, auch ich habe dazu ein jahrelanges Robert Studium benötigt.“ lachte ich laut los. Dennoch jetzt lebe ich in dem Gefühl, dass ich auf dich warte meine Liebe.

„Du willst also wirklich gehen?“

Ich hoffte so laut, dass es bis Leoben hörbar war.

„Arschloch. Aber du hast recht.“ wir tranken beide unsere Biere jetzt in einem Zug aus.

„Ich habe eine Idee. Meine Mutter macht heute einen Grillabend. Was hältst du davon, wenn wir uns da anmelden. Bestimmt haben die Beiden gute Ideen, womit sie unsere depressive Stimmung vertreiben. Kann ja nicht sein, dass wir beide die Liebe einfangen und dann da stehen wie Tom und Jerry ohne Käse und Maus!“ weiteres lautes Lachen.

„Du willst also zu deinen Eltern? Beste Idee des Monats, von Samuel Auersdorf.“ Robert kam auf mich zu und umarmte mich.

„Verdammt du wirst mir fehlen!“ schien so als hätte sich Robert längst entschieden.

Wir haben uns rasch bei meiner Mutter gemeldet Grillabend, schließlich verwöhnt uns Mutter gerne. Das ich mich gemeldet habe bedeutete natürlich, dass meine Mutter jetzt extra viel herrichtet. Ich werde meiner Mutter von Dir erzählen. Meiner Liebe die weg ist in Richtung Venedig.

„Junge iss doch was!“ ich musste alleine bei der Vorstellung, wie sie das zu Robert sagt, während er sich das 3 Steak rein zog, lachen.

Anfang der 80.er Jahre und die Menschen freuten sich darüber zu grillen, weil sie an den Alptraum – Krebs erzeugende Stoffe – noch nicht zu denken brauchten.

Wobei der Krebs in sich selbst

ja nicht der erzeugende Stoff ist, sondern die Angst vor Krebs diesen erzeugt. Die Krankheit ist immer der Korken in der Flasche die unsere Frage und die dazugehörige Antwort bereit hält. Ohne den Korken würde die Frage und die Antwort sehr schnell verdunsten.

Es war so gegen 19.30 und wir saßen gemeinsam auf der Terrasse meines Elternhauses. Der Blick ging rüber über die weiten reifen Kornfelder. Bis hin zu der ersten Baumgruppen am Waldesrand, wo ein Bach plätscherte.

Mein Bach den ich als kleines Kind oft und oft auf und abgelaufen bin. Mit kleinen Schiffen, oder auch einfach nur um einer Ente, die mich fast mitleidsvoll angesehen hat, weil ich ja ach so aufgeregt hinter ihr her gelaufen bin. Ja es war schön und ist es immer noch schön hier Kind gewesen zu sein.

Meine Mutter nahm mich oft in den Arm, genau hier auf der Terrasse und küsste mich auf die Wange, während ich auf ihrem Schoss saß und erzählte mir Geschichten. Geschichten von weit entfernten Länder, von Prinzessinnen. Räuber und von feindlichen Kriegern die sich in die Töchter der unterworfenen Könige verliebt haben und ihre Geschichten. Geschichten, die ich liebte und bestimmt auch mal meinen Kindern erzählen werde

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