Die Geste der Königin so fing es an

Mutter sag mal, hast du schon mal was von der Geste der Königin gehört!“

Meine Mutter war gerade dabei mit einem kleinen Stück Kartoffel die Grillsauce, die berühmte Grillsauce meines Vaters, zu genießen. Manchmal deutete meine Mutter an, sich nur wegen dieser Grillsauce in meinen Vater verliebt zu haben. Sie sah hoch.

Meine Mutter sah hoch.

„Es war um 220 v. Christus in China. Damals wurden Frauen aus dem Adel, wenn sie nach einer bestimmten Zeit nicht verheiratet waren – verbannt. Der Grund dafür war, das die Könige des alten Chinas sehr gläubig waren und darin das ihre Tochter keinen Mann finden würde auch gleich vermuteten das ein fremdes Volk kommen könnte und alles Land in Besitz zu nehmen. Eine zu lange unverheiratete Prinzessin bedeutete also Gefahr.

Der Brauch wurde gnadenlos umgesetzt.

Die Prinzessinnen zogen dann mit ihrem gesamten Hofstaat ins Exil. Meist an einen Ort den sonst niemand kannte, außer dem Anführer der Ritter die die Prinzessin schützen sollten. Diese jedoch zogen sich meistens nach ein paar Wochen zurück. Sodass am Ende die Prinzessin wohl umsorgt auszog aus dem Herrscher Reich. Doch zuletzt in den sicheren Tod geschickt wurde. Bestimmt erzeugte das in der Welt der Damen damals ein enormes Angstpotential. Gesten waren in dieser Zeit sehr sehr wichtig und oft der einzige Weg Gefühle auszudrücken.

Meine Mutter machte eine kurze Pause, wobei sie einen Schluck machte von ihrem Wein den sie zu vor gedankenverloren längere Zeit im Glas kreisen ließ. Ich sah zu Robert, er saß ebenfalls gebannt da von der Geschichte sah mir fragend an.

„Mutter bitte!“ ungeduldig zappelte ich schon auf meinem Stuhl herum. Sie lächelte mich an, sie wusste das ich selten Geduldig war wenn sie Geschichten erzählte, da musste es schnell zum Punkt gehen.

„Dann kam eines Tages Prinzessin Shenmi mit ihrem Pferd Yema.

Sie war von atemberaubender Schönheit. Viele sehr viele Prinzen zogen von weit her, um sie als Ihre Königin zu erwählen. Doch keiner der Prinzen konnte der stolzen Shenmi gefallen. Sie nahm viel lieber und ausreichend oft, was für diese Zeit nicht so ungewöhnlich für Frauen war, an Ritterturnieren teil. Ihr Pferd war eines der besten im Kampf auf dem Feld. 

Doch die Zeit verflog über die Schultern der jungen Prinzessin Shenmi. Der Tag kam unausweichlich wo ihr Vater sie dem alten Brauch der Herren ausliefern musste. Sie war noch immer unverheiratet. Nichts würde sie davor schützen, noch dazu wo ihr Ruf so weit bekannt war, war es noch um so gefährlicher für das Königreich eine nicht verheiratete Königin am Ende zu haben. Andere Reiche würden versuchen das Königreich der Shimmer zu zerstören, um über das Land und das Volk Unglück bringen. Shenmi hatte eine jüngere Schwester. Diese war die Gattin des Kaisers von Thiuan. Dieser führte das ferne Reich der Thiuaner mit Erfolg gegen die Garaner in den Krieg. 

Doch Shenmi blieb von all dem unberührt.

Tief in ihrem Herzen kannte sie die Antwort, dass er kommen wird . Am Tag der Schatten, wird Er kommen. Der König konnte dem Druck seiner Berater nicht mehr standhalten, ließ das Unvermeidliche zu, die Verbannung von Prinzessin Shenmi. Aber in diesen Tagen, gab es den Tag der Schatten. Es war eine besondere Sonnenfinsternis, während dieser besonders lange dauernden und auf der Erde angeblich Schatten zu sehen sein werden, die wie Pferde über einen Hügel laufen. Das Kaiserreich der Prinzessin Shenmi, lag nach Berechnungen, der Astronomen, genau im Zentrum diese Phänomens.“ Auch die Prinzessin hatte Berater, hatte ihre Menschen um sich die an sie glaubten ihr folgten. Sie alle wussten, er wird kommen!

Meine Mutter machte wieder eine Pause. Trank und sah uns dabei lange an. Wir waren alle drei sehr gespannt und tranken ebenfalls um die Spannung zu erleichtern.„In der Woche vor diesem Tag der Schatten, wurde nun die Verbannung der Prinzessin ausgesprochen.

Sie sollte ins Exil verbannt werden.

Ohne ihr geliebtes Pferd Yema. Dazu bat sich jedoch die Prinzessin, um sich diesen Beschluss zu unterwerfen, ein letztes Ritterturnier aus. Am Tag der Schatten, wollte sie ein letztes mal in die Arena einziehen, in der sie so viele Siege errungen hatte auf Ihrem Yema. 

Diese Bitte wurde der Prinzessin gewährt. Der Tag kam näher und am Morgen des Tag der Schatten, rannte die Prinzessin zu den Stallungen weil sie ihren Hengst Yema laut an die Stallungen treten hörte. Auf ihrem Weg stolperte sie fast und eine Hand fing sie wie aus dem Nichts auf. Sie sah hoch und da stand dieser fremde Ritter. Er trug die Besucher Ausrüstung und lächelte sie an. Sie sah ihn in die Augen. In Augen die so tief und so weit und wo unendliche Ewigkeit ausdrückten.

Danke, flüsterte die Prinzessin, senkte den Kopf und ging weiter in Richtung des Stalls um ihren Hengst zu beruhigen. Die Prinzessin war verwirrt und ihr Herz schlug vor Aufregung schnell sehr schnell.

Niemals zuvor hatte sie das gespürt.

Diese Hand. Es kam der Zeitpunkt, der letzte Ritt in der Kampfarena kam auf sie zu. Sie näherte sich auf ihrem stolzen Hengst der Arena. Der Eingang umgeben von 5 Soldaten, die darauf achteten das alles an der Ausrüstung der Reiter den Vorschriften entsprach.

Stolz im leichten Trab näherte sich jetzt die Prinzessin dem innersten Kreis der Arena. Weil hier längst schon ihre 5 Gegner standen und auf sie warteten. Bereit sie mit ihren Lanzen aus dem Sattel zu werfen. Es war ein Kampf Jeder gegen Jeden. Wer zuletzt im Sattel saß war der Sieger. Am Himmel war die Sonnenfinsternis im Gange.

Schließlich nahm der Tag der Schatten seinen Lauf. Würde in wenigen Minuten seinen Höhepunkt erreichen. Die Prinzessin stoppe ihren Hengst Yema in der Mitte der Arena. Sie nahm nochmals ihren Helm ab. Neigte den Kopf vor dem Kaiser und auch hinüber zu den Richtern die den Kampf verfolgten. Dann sah sie in die Runde des Publikums und grüßte auch das Publikum mit einem Kopfnicken.

Die Arena war voll mit vielen tausend Menschen.

Sie alle liebten ihre Prinzessin Shenmi – die Wunderschöne – dies ist die Bedeutung ihres Namens. Die Prinzessin drehte am Stand ihren Hengst in Richtung der Tribüne der Fremden. Für fremde Ritter gab es eine eigene Tribüne in der Arena. Zum einen damit jeder sie erkennt zum anderen damit klar war, falls es zu Überfällen kommen sollte, wo die Gegner des Landes saßen. Mitten unter den Fremden Rittern saß auch der Eine, welcher der Prinzessin kurz zu vor die Hand hinhielt. Am Himmel war die Sonne knapp davor vollständig vom Mond abgedeckt zu werden. Wenige Momente noch.

Die Menschen in der Arena hielten die Luft an, bestimmt hielten sie in diesem Moment alle die Luft an, alle spürten das dies ein gewaltiger Moment sein würde. Die Prinzessin hob die Hand hin in Richtung des fremden Ritters zeigte mit dem Zeigefinger auf diesen, dann legte sie ihre Hand auf ihr Herz. Niemals zu vor wurde diese Geste von jemanden hier in der Arena ausgeführt. Niemand kannte diese Geste, doch als die Prinzessin sie ausführte, wusste jeder in der Arena was es bedeutet. Die Geburt der Geste der Königin.

Der fremde Ritter, obwohl weit weg oben auf der Tribüne der fremden Ritter erhob sich. Legte seine Hand auf sein Herz und danach führte er seine Hand für jeden sichtbar in Richtung der Prinzessin und öffnete diese zeigte ihr so seine offene Hand, was nicht nur totale Verletzlichkeit ausdrückte, sondern auch eine Geste die Energie fließen ließ. Damit war die Geste der Königin abgeschlossen. Dies war der Moment ihrer Geburt.

Als der fremde Ritter seine Geste abgeschlossen hatte,

war die Sonnenfinsternis am Höhepunkt, während durch die Arena die Schatten tanzten, hunderter Pferde. Der Fremde und die Prinzessin blickten sich so lange in die Augen wie es dauerte. Durch die Arena ging ein lauter und lauter werdendes Rauen der Menschen. Das ist es was verbindet über alle Dimensionen hinweg, die Geste der Königin.

Als die Sonne am Himmel wieder ein Funkeln am Rande des sie abdeckenden Mondes gab brandete ein irrer Applaus auf, alle Menschen in Arena erhoben sich, auch der Kaiser selbst stand da und klatschte dem Schauspiel, das sein Herz mit Sicherheit mehr als üblich zu klopfen bracht. Die 4 Gegner der Prinzessin hatten längst ihre Pferde verlassen und machten die königliche Geste das knien auf einem Knie vor der Prinzessin.Jubel in der Arena – denn das Volk liebte ihre Prinzessin niemand hätte es verstanden das sie ins Exil geschickt werden sollte. Jetzt schwangen sich die 4 Ritter wieder in den Sattel ihrer Pferde und der Kampf wurde eröffnet.

Die Prinzessin besiegte einen nach dem anderen der Ritter bevor am Ende Sie die umjubelte Siegerin des Tages der Schatten war. Noch einmal machte sie zum Zeichen, die Geste der Königin zu ihrem Erwählten.

Als der Kampf vorüber war.

Betrat der fremde Ritter die Arena und hielt der Prinzessin wieder die Hand hin, doch diesmal nicht um sie zu stützen sondern um ihr vom Pferd zu helfen. Was zu dieser Zeit nur der König oder der Gemahl der Prinzessin durfte. Die Menschen in der Arena waren über glücklich, dass ihre Wunderschöne, den Auserwählten mit der Geste der Königin allen gezeigt hat. Wieder eine der weitreichenden Gesten die ausdrückte welch mystischer Tag der Tag der Schatten ab diesem Zeitpunkt wurde. Die Prinzessin ließ sich vom Pferd helfe, dass sie sich vor den fremden Ritter hin stellen konnte. Dieser öffnete ihren Helm. Nahm diesen ab und die Prinzessin in den Arm. Erstaunt und doch überglücklich sah sie ihn tief in die Augen. Er küsste sie. Stille in der Arena.

Dann stand der Kaiser auf und begann langsam zu applaudieren. Mit ihm sein Volk in der Arena.Damit war die Verbannung der Prinzessin aufgehoben. Der fremde Ritter war niemand anderer als der Bruder des Kaisers von Thuian. Dem Gatten der jüngeren Schwester von Prinzessin Shenmi, weil er vom drohenden Unglück der Prinzessin gehört und sich auf den weiten monatelangen Ritt hier her zum Kampf am Tag der Schatten zu machen. Schon wenige Wochen später war die große Hochzeit des Paares. Wie die Geschichte von Prinzessin Shenmi erzählt hatte keine ihrer Töchter Sorge einen Mann zu finden.

Denn die Geste der Königin wurde Welt bekannt, wurde von Händler in aller Welt erzählt. Die Prinzessin wurde alsbald Königin, ihr Mann und Sie regierten das Land und es kamen die Friedenszeiten über ihr Reich.“Meine Mutter endete mit der Geschichte. Sah uns abwechselnd in die Augen. In Augen die nur noch Stauen ausdrücken konnten.

Robert war der Erst der das minutenlange Schweigen zu brechen wagte.

„Mensch Sam, das ja wieder typisch, das ist abgefahren eine irre Story.“ Dann nahm er einen langen Schluck aus seinem Bier. Aus der Flasche, das schien ihm angemessener.

„Das irre. Mutter das ist ja eine irre Story.“ Lachte ich und meine Anspannung ließ langsam los.


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