Darf es noch was sein?

Unterbrach diese Engels gleiche Stimme unseren typischen Männer Dialog. „Darf es noch was sein?“ wiederholte jemand hinter mir diesen Satz. Genau diese Stimme, diese Farbe der Stimme. Dieses Fragezeichen am Ende des Satzes. Es war so deutlich hörbar. Dieses Fragezeichen darauf nicht zu reagieren war unmöglich.

Es war wie ein inner Ruf.

Plötzlich gab es da dieses Vorne in mir Erinnerungen. Plötzlich zog das Nichts ab wie der Schleier von Regentropfen am Fenster. Es eröffnete sich ein Bild, wohin ich gerne sehen wollte. Ein Bild, dass ich zwar noch nicht sah und mich dennoch darüber freue. Freue mich über das da sein der Einmaligkeit.

Ich drehte mich um hin zur Bar, da stand sie hinter der Bar ein Lächeln auf den Lippen dunkel schwarzes Haar. Sommersprossen und rot geschminkte Lippen.

Diese unglaublich schön geschminkt. Jede Linie auf ihren Lippen endete in Ihrem Amorbogen. Dieser war nicht spitz wie so oft bei Frauen, sondern er war weich und rund und bestimmend. Denn jetzt wo Sie mich anlächelte unterstrich ihr Amorbogen die Ausstrahlung ihrer Lippen. Sinnlichkeit, wenn du sie eroberst. Hier war sie die Überraschung, der Ruf der Weg wohin es gehen soll. Die innere Unruhe wich der Aufregung die sich auftut, wenn dem Unbekannten die Tür geöffnet wird. Keine Ahnung wie viel Zeit vergangen ist von dem Moment wo Eva fragte darf es noch was sein, bis zu dem Moment wo ich endlich wieder bei Sinnen war.

Es war einfach geradeaus richtig

in diese Richtung zu denken oder zu sehen. Ihr in die Augen zu sehen weckte keine Gedanken es erzählte sie. Sie anzusehen war wie das zu sehen was immer schon da war. Sie zu betrachten war plötzlich unvorstellbar das es nie mehr wieder da zu sein.

Teils überrascht von der sinnlichen Ausstrahlung und noch mit Roberts Männer Story im Kopf sah ich Eva das erste mal so richtig in die Augen.

„2 Bier bitte“ war meine Antwort. Klar hätte ich auch sagen können ja bitte heirate mich oder einen Kuss diese Nacht mit dir oder was es sonst noch für Blödheiten gibt die Männer so von sich geben in solchen Momenten.

Der erste Schritt, war sie zu beobachten. Das genoss ich unendlich. Nein der Typ der Sprüche war ich nicht. Nein ich nicht und wieso? Ganz einfach ich hatte diese Sprüche nie drauf weil ich mir sowas nicht merke. ROBERT, mein WingMen, der konnte das, wie aus dem Nichts schüttelte der solche

„Weisheiten“ aus dem Ärmel. Besser er würde sagen darf es noch was sein???

Eva lächelte mich jetzt noch immer an, während sie die zwei Bier aus der Zapfanlage in Gläser zauberte. Sie lächelt mich weiter an, dachte ich so ganz unschuldig bei mir. Würde sie das bei allen machen? Darf es noch was sein, ist doch ein typischer Kellnerspruch, eine gute Kellnerin wird ja wohl ihre Kunden anlachen. Dann gibt es mehr Trinkgeld.

Doch wenn ich mir ihr Gesicht genauer ansehe sie lächelt schon auf eine bestimmte Art. 🤔! Ich knallte meinem Freund den Ellenbogen in die Seite. Es ärgerte mich dass er so unaufmerksam war. Haha.

„He – Mann – kennst du die Kellnerin?“

„Welche?“ Robert war gerade damit beschäftigt mit Petra, sie saß am anderen Ende der Bar in einer Gruppe von Mädchen aus Deutschland Blicke auszutauschen. Wobei eher er seine Blicke rüber warf wie eine Lanze und immer wieder das Ziel verpasste.

„Die an der Bar“

„Hmmm“ Robert drehte sich genervt um, nach dem er mal wieder eine Lanze ins Nichts geschleudert hatte. Sah Eva und drehte sich sofort wieder in Blickrichtung Petra.

„Klar, dass ist die Tochter vom Chef. Eva. Niemandsland! Reiß niemals die Tochter vom Chef eines Lokals auf. Das bringt definitiv Ärger für die Kameradschaft. Da gibt es dann kein darf es noch was sein. Da folgt nur die klare Tatsache. Rauswurf!! Stell dir vor du hast was mit ihr, und willst dann raus aus der Sache. Dann kannst den Aufriss Tempel hier vergessen. Der Chef wird dich lynchen am nächsten Baum.“

Robert war so verdammt, verdammt nochmal war der ein Arsch, aber am Ende hatte er bestimmt recht. Wobei Aufriss Tempel? War ich auf Aufriss hier?

„Du spinnst“ fauchte ich Robert an wie ein zorniger Wolf auf Beutezug und konnte meine Augen nicht von Eva abwenden.

„Hier euer Bier. Darf ich gleich kassieren. Ich mach gleich Schluss!“

„Jetzt schon, es ist doch erst 21 Uhr?“ warf ich geistreich ein. Mehr um zu zeigen, dass ich die Uhr kenne als um mich über die schlecht durchdachten Arbeitspläne zu beschweren.

„Nun es gibt da so ein Gesetz – wo das arbeiten für unter 18 jährige nicht länger erlaubt ist als bis 21 Uhr“

„Immer sag ich Gesetze sind an den Haaren herbeigezogen“ wobei diesen Worten sah ich die wunderschönen schwarzen gekrausten Haare von Eva an. Leichtes erbeben meiner Seele.

Sie lächelte ihr Lachen, das ich noch viele tausend Male sehen durfte was auch soviel bedeuten könnte wie – „interessante Antwort!“

„Ja was bin ich dir den schuldig?“ fragte ich mit meinem freundlichsten Lächeln auf den Lippen, darf es sein das sie mich so verzaubert? Eva sah kurz hoch und rechnete dann zusammen.

„78 Schilling“ war ihre Antwort.

Nun griff ich in meine rechten Hosentasche sodass ich einen 100 Schilling Schein zum Vorschein bringen konnte. Legte ihn auf die Theke und sagte:

“Passt schon!“

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