Bring mich heim bitte!

„Ich habe eine Bitte, kannst du mich heim bringen, also wenn es dir nichts ausmacht. Vater muss noch bis 2 Uhr hierbleiben, da will ich nicht hoch gehen und in meinem Zimmer auf dem Reiterhof schlafen. Bring mich heim, Bitte!“ Dabei sah sie mir in die Augen, das konnte alles bedeuten. Das war im in diesem Moment völlig klar.

Eva sah mich an, mit einem Blick dem nicht Mal der hart gesottenste Neinsager widerstehen konnte.
„Selbstverständlich. Das, wäre mir eine Ehre.“ gab ich gut gelaunt zurück.

Mein Blick streifte ihren Vater hinter der Bar.

Er stand da seine Hände fest vor der Brust verschränkt. Ein Blick der aussagte, wenn du meinem Mädchen was tust, erlebst du den nächsten Morgen nicht. Ich glaubte es ihm, wenngleich ich ihm in diesem Moment alles glaubte. Leichtes Nicken in seine Richtung.

Nein Angst oder Unbehagen hatte ich nicht, zumal ja mein Großvater in mir weiter lebte. Genau wie mein Vater. Die Ahnen waren stark. Spürbar. Ich folgte Eva bis zum Ausgang aus dem Restaurant. Dort blieb sie stehen und ich öffnete ihr die Tür. Ganz auf Gentlemen.

„Mein Wagen steht da drüben.“ dabei deutete ich auf den grünen VW-Kastenwagen. Schon ganz schön abgefahren. Doch eben meins. Ganz meins immerhin ab Herbst stand ja das Einkaufen für das Geschäft am Zettel. Da brauchte es einer fahrbaren Lösung.

„Der Kastenwagen?“ fragte Eva nach.

Ja der Grüne!“ war meine Antwort.

„Du bist aber jetzt kein Serienmörder oder so?“ lachte Eva wieder laut raus. Ich liebe dieses Lachen es kam direkt aus ihrem Herzen.

„Nein ganz bestimmt nicht“ sagte ich mit meiner diabolischsten Stimme.

Das brachte sie noch mehr zu lachen und sie berührte mich. Sie legte ihre Hand auf meine rechte Schulter, bestimmt wollte sie sich anhalten um weiter ihren Lachanfall zu genießen. Durch meine Seele zog plötzlich ein Sturm, ein Gewittersturm wie nie zuvor gespürt.

Es war unglaublich schön. Ich ging auf die Beifahrerseite, sperrte auf und hielt ihr die Tür auf. Eva hüpfe rein und setzte sich gemütlich auf die Sitzbank im Wagen.

Ich warf die Kastenwagen Tür rasch zu und eilte auf die Fahrerseite. Eva saß im Wagen und beobachtete wie ich die Tür öffnete. Ja das war gut, dachte ich Frauen mit Format würden niemals rüber greifen und dem Mann die Tür öffnen. Niemals.

Während ich die Tür öffnete, dachte ich an ihre Worte, bring mich heim bitte,

mir wurde ums Herz irre warm in diesem Moment. Ich öffnete die Wagentür und hievte mich in den Fahrersitz. Startete den Kastenwagen. Toller Klang. Langsam parkte ich mich aus und folgte dem Weg zur Schotterstraße Richtung Stadt. Der Reiterhof lag etwas abseits der Stadt im früheren Überschwemmungsgebiet.

Die Bäume wirkten angestrahlt von den Lichtern meines Wagens gleichwie brave Zinnsoldaten die Wache hielten. Immer wieder blickte ich rüber zu Eva die da saß wie eine Königin. Etwas das ich ebenfalls sehr lieben lernte in unserer Zeitenwende. Ihre schwarzen Haare verbargen im Moment bloß ihr wunderschönes Gesicht. Ich mochte es. Sie von der Seite an zu sehen.

„Bist du schon aufgeregt, wegen morgen?“ fragte ich.

„Ja, sehr sogar. Rondall, mein Hengst ein echter Kämpfer, doch er ist noch nie eine 4S Prüfung gegangen. Dennoch freu ich mich auf Morgen.“ dabei wandte Eva mir das Gesicht zu.

„Ich werde dir die Daumen drücken. Ganz ganz fest.“
„Das ist lieb von dir. Danke“ antworte Eva.
Mal auf der Schotterstraße danach wird es 10 Minuten bis wir in der Stadt dauern.

An der Kreuzung zur Hauptstraße blieb ich stehen wobei ich Eva fragend ansah:

„Wohin soll es gehen.“

„Hauptstraße 47. Da vorne beim Hotel. Da wohne ich. Meiner Mutter gehört das Hotel.“


„Ok.“ langsam ließ ich die Kupplung kommen und bog in die Hauptstraße ein schaltete in den 2 Gang dann noch in den 3. Gang und schon waren wir da. Ich parkte mich auf der Seite gegenüber des Hotels ein. Wie oft bin ich hier schon vorbeigefahren und niemals hätte ich gedacht, dass hier dieses wunderschöne Geschöpf namens Eva wohnt.

Ich stieg aus und umrundete den Wagen.

Öffnete Eva die Tür und sie stand jetzt knapp vor mir auf dem Gehsteig. Die Wagentür, meine Hand, Wie selbstverständlich stellte sich Eva wieder auf die Zehenspitzen ihr Gesicht näherte sich meinem.

„Danke!“ Sie küsste mich auf die Wange. Wobei ihr Kuss wie eine Engelsberührung war. Sanft und doch bestimmt.


„Bis morgen!“ sprach es und lief um mich rum rüber über die Straße, um diese Zeit gab es keinen Autoverkehr mehr in der Stadt also zwar kopflos aber nicht gefährlich ihr Verhalten.„Ja bis Morgen“ flüsterte ich und winkte ihr zurück, da sie mir rückwärts laufend zu winkte. ich wünschte mir diesen Satz wieder und wieder zu hören aus ihrem Mund. Bring mich heim, bitte!

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